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2010
Freie Wähler gegen einen Schnellschuss beim Thema Mittelschule
Franz Eichinger: „Konzept der Staatsregierung schadet dem ländlichen Raum“
Der Kreisverband Dachau der Freien Wähler hat kürzlich Stellung zur geplanten Reform der Bayer. Staatsregierung bezogen. In einer gemeinsamen Sitzung von Kreisvorstand und den Ortsvorsitzenden wurde die geplante Aufwertung der Hauptschule zur Mittelschule äusserst kritisch gesehen.
Eine solche Mittelschule muss – egal ob alleine oder zusammen mit Nachbarschulen – ein Ganztagesangebot, alle drei berufsorientierten Zweige und die Möglichkeit zu einem mittleren Bildungsabschluss bieten.
Der FW-Kreisvorsitzende Franz Eichinger dazu: „Was sich zunächst recht gut anhört, ist bei genauerer Betrachtung lediglich Stückwerk und nicht zu Ende gedacht. Wenn die Mittelschule kommt, dann werden weitere kleinere Schulen abseits der Groß- und Kreisstädte sterben und das wird auch hier im Landkreis spürbare Folgen haben“.
Während viele Schüler heute in unmittelbarer Nähe zu ihren Wohnorten unterrichtet werden können, müssten sie künftig im Landkreis zum Teil weite Wege auf sich nehmen.
Der Röhrmooser Bürgermeister und Kreisrat Hans Lingl, kann sich nur noch wundern: „Da nehmen wir viele Steuermittel in die Hand, um unsere Schulen energetisch zu sanieren und blasen anschließend das eingesparte CO2 gleich wieder beim Schülertransport in die Luft!“
Lingl befürchtet zudem, dass die Möglichkeit zum freiwilligen Zusammenschluss der heutigen Hauptschulen in manchen Gemeinden noch für ein böses Erwachen sorgen wird. Dem bereits begonnenen Werben um neue Partnerschaften für die künftigen Mittelschulen steht die zwangsweise Auflösung von heute gut funktionierenden Schulverbänden gegenüber.
Was in den Städten mit vielen Hauptschulen in unmittelbarer Nähe zur Wohnung kein echtes Problem ist, wird zum Bumerang auf dem Lande: Diejenigen Gemeinden bleiben auf ihren Schulden sitzen, bei denen sich Mitglieder der heutigen Schulverbände künftig anderweitig orientieren und dadurch bestehende Strukturen gefährden.
Hans Lingl: „Dadurch, dass das Mittelschul-Konzept der Bayer. Staatsregierung auf freiwillige Teilnahme setzt, wird hier wieder einmal das Konnexitätsprinzip zum Schaden der Kommunen ausgehebelt werden“.
Die Freien Wähler setzen sich für die von ihrer Landtagsfraktion entwickelten „Beruflichen Mittelschule“ ein. Die heutige frühe Spezialisierung soll rückgängig gemacht und wieder mehr Gewicht auf die Vermittlung von Kernkompetenzen im Klassenverbund gelegt werden.
Der FW-Kreisverband bietet hierzu zwei Veranstaltungen an, so
am
Montag, dem 8. März 2010 um 20.00 Uhr im
Gasthof Schmiedwirt in Petershausen
mit der Landtagsabgeordneten Eva Gottstein von den Freien Wählern zum Thema
Neues Schulkonzept am Beispiel Berufliche Mittelschule
und am
Mittwoch, dem 10. März 2010 um 19.00 Uhr in der Waldgaststätte Röhrmoos, Arzbacher Str, eine landkreisweite Veranstaltung mit dem Titel:
„Die Neue Mittelschule - Information und Diskussion“
Teilnehmen werden hierbei die Landtagsabgeordneten Eva Gottstein von den Freien Wählern, Martin Güll von der SPD und Bernhard Seidenath von der CSU.
Frau Gottstein und Herr Güll sind in ihren Fraktionen u.a. auch die Bildungsexperten.
Ebenfalls eingeladen ist dazu das Staatliche Schulamt Dachau.
Neben der Vorstellung der einzelnen Schulmodelle werden sich die Referenten den Fragen der Zuhörer stellen.
Dazu die Petershauser Kreisrätin Elisabeth Kraus: Wir wollen keinen von Bürokraten entwickelten Schnellschuss wie beim G 8, sondern eine Reform, die diejenigen mitnimmt, die es auch wirklich betrifft.
Das sind Schüler, Eltern und Lehrer!“
Am 14.02.2010
Georg Zimmermann
Kreisgeschäftsführer
